Wann kann eine Psychotherapie angezeigt sein?

Jeder Mensch ist einzigartig, genau wie seine persönliche Entwicklung und sein individueller Umgang mit Veränderung.

Bestimmte Situationen wie z. B. die Geburt eines Geschwisterkindes, der Übergang vom Kindergarten in die Schule oder von der Schule in die Ausbildung, die Trennung der Eltern, eine körperliche oder psychische Erkrankung in der Familie, der Tod naher Angehöriger oder Mobbing und andere schwerwiegende Lebenseinbrüche können zu tiefer Verunsicherung und Überforderung führen. Oft fällt den Kindern und Jugendlichen die Bewältigung alltäglicher Anforderungen schwer, es entsteht ein Leidensdruck.

 

Welche Auffälligkeiten (sog. "Störungsbilder") werden von uns häufig behandel?

  • AD(H)S: Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsproblemen, die deutlich zappelig, unruhig oder verträumt sind. Häufig handeln sie impulsiv. Oft fällt es ihnen schwer, andere ausreden zu lassen. In Spielsituationen können sie nur schwer abwarten.
  • Ängste: Betroffene vermeiden bestimmte Situationen und/oder Dinge oder ertragen sie nur unter großen Ängsten. Sie trauen sich vieles nicht und haben dadurch im Alltag verschiedenste Einschränkungen.
  • Anpassungsstörungen: Das psychische Wohlbefinden kann in vielerlei Hinsicht infolge einer einschneidenden Lebensveränderung wie Scheidung der Eltern, Unfall oder Umzug beeinflusst sein.
  • Ausscheidungsstörungen: Hierbei geht es um das Einnässen tags und/oder nachts und das Einkoten.
  • Belastungsreaktionen: Wenn wir etwas Schreckliches und/oder Unerwartetes erleben oder über längere Zeit ungünstigen Lebensbedingungen ausgesetzt sind, können wir mit Belastungssymptomen reagieren. Diese können sehr unterschiedlich sein, z. B. Albträume, plötzliches Angsterleben aufgrund einer spontan ausgelösten Erinnerung, Rückzug und vieles mehr.
  • Depression: Depressive Symptome zeigen sich im Kindes- und Jugendalter sehr unterschiedlich, beispielsweise in Form von vermehrter Traurigkeit, weniger Antrieb, mehr/weniger Appetit, Schlafstörungen, aber auch Gereiztheit.
  • Essstörungen: Je nach Form können dies beispielsweise massiv reduzierte Nahrungszufuhr (Magersucht/Anorexie) oder übermäßige Nahrungszufuhr mit Erbrechen (Bulimie) und ohne Erbrechen (BingeEating) sein.
  • Schlafstörungen: Probleme beim Einschlafen, Durchschlafen und morgendliches Früherwachen
  • selbstverletzendes Verhalten: Wenn Kinder und Jugendliche sich selbst verletzen, ist dies häufig Ausdruck/Symptom einer anderen Problematik. So kann dieses Verhalten z. B.  depressiven Ursprungs sein, aber auch eine Belastungsreaktion darstellen.
  • Selektiver Mutismus: Menschen, die nur in sehr ausgewählten Situationen bzw. mit nur wenigen Menschen sprechen.
  • somatoforme Störungen: Hier zeigt der Körper Symptome einer psychischen Belastung/Erkrankung. Obwohl keine körperlichen Ursachen gefunden werden, leidet die betroffene Person unter diversen körperlichen Beschwerden.
  • Störungen des Sozialverhaltens: Hierunter werden alle Formen von sozial unerwünschtem, also gesellschaftlich auffälligem Verhalten genannt. Dazu zählen z. B. ausgeprägte Wutausbrüche, auch mit körperlichen Attacken gegen andere und häufige Konflikte mit Gleichaltrigen und/oder Erwachsenen.
  • Tics: Dies bezeichnet unfreiwillige, plötzlich einschießende Bewegungen und/oder Geräuschproduktionen, die (ähnlich wie Niesen) nicht oder nur kurzzeitig unterdrückt werden können.
  • Zwänge: Hierbei verspüren die Betroffenen einen inneren Drang, immer wieder Handlungen und/oder Gedanken zu wiederholen.